Time to say goodbye

Das Schuljahr liegt schon eine Weile zurück. Ich bin bereits umgezogen und habe jede Menge Geld, das ich erst verdienen muss, in meine neue Wohnung gesteckt. Aber dazu in einem späteren Artikel mehr.
Das alte Schuljahr muss natürlich noch gebührend beendet werden. Und ich muss sagen, ich war zumindest teilweise richtig richtig schlimm gerührt. Aber der Reihe bzw. dem Alter nach.
Meine 7er:
Die zahlenmäßig kleinste meiner Klassen, aber aufgrund einiger Jungs die anstrengendste… und die erste, die ich unterrichten durfte und mit der ich Erfahrungen mit Klassenleitertätigkeit sammeln konnte.  Die eigentliche Klassenleiterin – lieb, aber irgendwie immer leicht überfordert mit allem, wenn sie gerade nicht eine Zigarette geraucht hatte – war die letzten Wochen des Schuljahres krank und dann auf Kur. Also durfte ich alles deichseln, was mit Zeugnissen und Organisatorischem zusammenhing. Naja, irgendwelche absurd schlecht programmierten Zeugnisprogramme können einem das Leben schon vermiesen. Ansonsten muss ich sagen, dass meine 7er echt lieb waren… bzw. deren Eltern. Zur Verabschiedung habe ich ein Foto bekommen, auf dessen Rückseite alle unterschrieben haben sowie einen Gutschein für eine bekannte Buchhandlung. Ich war überrascht und wirklich erfreut, da sich ein Großteil der Schüler nicht gerade emotionale Ausbrüche auszeichnet. Ich habe mich dann mit folgenden Worten verabschiedet: „Ihr wart die erste Klasse, die ich unterrichten durfte. Ihr wart mein Anfang als Lehrer – aber nicht mein Ende.“ Das war tatsächlich für ein paar Lacher gut.

Meine 9er:
Ich habe sie ja mit Abstand am meisten lieb. Jede, aber auch wirklich jede Stunde habe ich mit einem Lächeln und mit Freude begonnen. Wir haben uns gegenseitig zum Lachen gebracht und wenn ich ehrlich bin, haben sie mir durch ein in vielfacher Hinsicht anstrengendes Schuljahr geholfen. Am letzten herkömmlichen Schultag hatte ich sie in 5. und 6. Stunde. Eigentlich stand Bio und Englisch auf dem Plan. Ich habe jedoch einen Unterrichtsgang beantragt, der – passend zum aktuellen Thema in Biologie – unter dem folgenden Arbeitstitel lief: „Der Einfluss des Menschen auf Ökosysteme – Bestimmung der Flora und Fauna des ********er Marktplatzes“. Auf gut Deutsch: Ich habe die Klasse zum Eis essen eingeladen.
Sie haben sich natürlich gefreut und wir konnten sozusagen noch ein wenig quality time miteinander verbringen. Als ob sie das i-Tüpfelchen auf das schöne Schuljahr setzen wollten, haben sie mir dann noch ein großes gerahmtes Foto, (ein paar Wochen vor Schuljahresende wollten sie uuuunbedingt ein Klassenfoto mit mir machen… was ich recht fix schon vergessen hatte) auf dessen Passepartout alle unterschrieben hatten, und eine schöne Pflanze geschenkt. Hach, ich wollte sie am liebsten alle mitnehmen…

Meine 10er:
Hier kann man es kurz machen. Wir haben uns gut verstanden, keine Frage. Ich habe versucht, ihren Prüfungsstress abzumildern und die Biostunden kurzweilig zu gestalten. Wir haben diskutiert und gelacht und einigen habe ich geholfen, die 10. Klasse erfolgreich zu beenden. Ich war dann auch Eis essen mit ihnen, allerdings schon eine Woche eher als mit den 9ern. Die letzte Stunde bestand dann aus Diskussion und lehrreichen und interessanten Kurzfilmen zu Evolution und Genetik. Ich habe ehrlich gesagt von keiner Klasse erwartet, dass sie mir irgendwas schenken. Aber dass sie sich dann lediglich mit „Tschüss, Herr Referendar!“ oder „Schöne Ferien!“ verabschiedet haben, fand ich dann doch recht schade. Aber bei sowas kommt es dann anscheinend auf die Mentalität der Klasse an.

So oder so habe ich zumindest von zwei Klassen Andenken in meiner neuen Wohnung stehen. Und von allen schöne Erinnerungen 🙂

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Eine Stunde zum Sterben

Gestern. 1. Stunde. Vertretung in einer aus zwei 8. Klassen zusammengewürfelten Ethik-Truppe. Englisch sollte es werden. Es wurde aber eher Chaos.
Ich habe noch nie nie niemals nie in einer Vertretungsstunde einen Film gezeigt. Insgeheim fand ich das immer doof und wollte mit den Schülern lieber ein Spiel (mit Bildungshintergrund) spielen oder ihnen eine neue Methode vorstellen, auf dass sie ihren eigentlich Fachlehrer dazu drängen, die auch mal zu nutzen (fies, ich weiß, aber so kann man die Kollegen auch mal drängen, vom Frontalunterricht ein wenig Abstand zu nehmen). Nur diesmal dachte ich mir, ok, das ist mittlerweile deine x-te Vertretungsstunde diesen Monat, noch dazu in einer Mischklasse, die du nicht kennst und du noch dazu keine Ahnung hast, wo sie in Englisch gerade sind. Also warum nicht doch mal einen Film einlegen…

Eigentlich hatte ich mir alles schön ausgedacht. Ich hole die Truppe vom eigentlichen Raum ab und entführe sie in einen anderen, der mit einem Flachbildfernseher (!) und DVD-Player ausgestattet ist und laut Raumplan auch noch frei ist. Man kann Szenen aus einem Film auf Englisch schauen und ein paar einfache Aufgaben stellen. Super Sache.
Nur blöd, wenn eine andere Kollegin, die auch Vertretung hat, schneller war… OK, keine Panik. Wie sieht es denn in der 106 aus? Bingo. Ein Röhrenfernseher und DVD-Player sind vorhanden. Also geht es eben dorthin. So, hm, keine Fernbedienung da? Dann muss ich eben alles über die Tasten an den Geräten machen. Die Klasse will natürlich keine Doku schauen… eine Komödie ist ihnen lieber. Fair enough, Hör-Seh-Aufträge kann ich mir auch dafür fix ausdenken. Dann eben eine Komödie mit meinem derzeitigen Lieblingscomedian aus England. Auf geht’s. Ich hangele mich durch die Menüs und siehe da, der Film läuft. Aber die Klasse wird unruhig. Sie verstehen wenig bis nichts. Leise sein und zuhören würde helfen. Meine Meinung. Die ersten maulen rum und wollen es lieber auf Deutsch schauen. Mmmh. Meine Begeisterung hält sich in Grenzen. Na gut. Nur kann ich ohne Fernbedienung die Sprache nicht ändern. Mist. DVD raus, wieder rein. Sprachmenü: Englisch an erster Stelle. Keine Möglichkeit manuell auf Deutsch umzustellen (ich bin durchaus technikaffin und kenne mich aus!). Durch Zufall schaue ich im Schiebefach am Lehrertisch nach. Siehe da, 2 Fernbedienungen. Nur reagiert weder der Fernseher noch der DVD-Player auf eine der beiden. Keine Batterien drin. Super Sache. Die Schüler werden unruhig. Ich rase eine Etage tiefer zum Flachbildfernseher. In den Fernbedienungen dort müssen ja Batterien sein. So ist es auch. Wieder hoch und Batterien reingetan. Wieder tut sich nichts! Manno. Unfair. Eine Schülerin fragt tatsächlich, ob ich die Batterien richtig reingetan habe. Hallo??? Bin ich aus dem 19. Jahrhundert oder wie? Mittlerweile ist viel zu viel Zeit vergangen. Gut, dann eben doch eine Doku. DVD rein und los geht’s. Tatsächlich schauen fast alle nun auf einmal interessiert zu (warum zum Henker wollten sie denn nur am Anfang keine Doku?). Naja, die letzten paar Minuten bringen wir störungsfrei über die Bühne.
Und die Moral von der Geschichte: So schnell werde ich nicht wieder in einer Vertretungsstunde einen Film zeigen. Blöde Technik. Macht einem alles kaputt.

PS: Mir wurden heute zwei Weisheitszähne rausgenommen und ich bin bis Montag krank geschrieben. Möp. Ergo bleibe ich morgen auch allein daheim, während halb Deutschland auf den Beinen ist. Naja, Hauptsache es verheilt ordentlich. Dann kann ich ab nächster Woche auch weiterhin ordentlich Vertretungsstunden schrubben…

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Die Bedeutung des Frühstücks

Mmh. Ich war lange untätig und habe nichts gebloggt. Ich übergehe die vergangenen Monate und erwähne nur schnell, dass ich in der Zwischenzeit mein 2. Staatsexamen habe (mit einer 1 vorm Komma, bin also sehr zufrieden) und mich zumindest schon teilweise in Umzugsvorbereitungen gestürzt habe, um dann ab 01.08. in einem anderen Bundesland meine Brötchen zu verdienen.

Viel interessanter ist aber wie immer, was so in der Schule passiert ist. Zum Beispiel vergangenen Freitag. Es ging los mit einer Doppelstunde Bio bei meinen 10ern.

Wie immer freundlich und laut grüßender Schüler (auch gerne mal mit „MAHLZEIT!“): „Guten Morgen, Herr Referendar! Wie geht es Ihnen heute?“
Ich: „Naja, nicht so, ich erkläre euch gleich warum und was das für euch bedeutet.“
Schüler: „Oh, ist was schlimmes passiert?“
Ich: „Ja, und die Konsquenzen für euch sind verheerend.“

Es vergehen ein paar Minuten bis zum Stundenklingeln…
Ich: „Guten Morgen! Ich habe leider eine schlechte Nachricht für euch.“
Diverse Schüler: „Ooooooh.“ „Was denn???“ „Ein Teeeest?“
Ich: „Nein. Viel schlimmer. Ich habe heute verschlafen.“
Diverse Schüler: „Puuuuuuuh.“ „Und was hat das mit uns zu tun?“
Ich: „Tja, so einiges. Wie gesagt, ich habe heute verschlafen. Ich habe es noch geschafft zu duschen. Und mich anzuziehen, offensichtlich.“
…vereinzeltes Gelächter…
Ich: „Was ich aber nicht mehr geschafft habe, ist frühstücken. Ergo: ich habe Hunger.
Schlauer Schüler: „Oh nein, Sie haben schlechte Laune!“
Ich: „Vollkommen richtig. Diverse Freunde und Freundinnen können bezeugen, dass ich unleidlich werde, wenn ich Hunger habe. Mein Blutzuckerspiegel und meine schlechte Laune verhalten sich dann antiproportional. Während das eine ins bodenlose fällt, nimmt das andere unaufhaltsam zu.“
Sehr schlauer Schüler: „Wollen Sie mein Knoppers? Das hilft bestimmt!“
Ich: „Nein, lass mal. Ihr fordert mich heute nicht heraus und ich halte dafür meine schlechte Laune in Grenzen.“
… wenig überzeugte Schüler schauen mich an… die Stunde beginnt… ein Gruppenpuzzle zu Erscheinungen und Ergebnisse der Evolution wird beendet (Analogien, Homologien, Spezialisierungen, rudimentäre Organe und Adaptationen)… während der Gruppenarbeitsphase bereite ich eine neues Tafelbild vor und laufe umher um einzelnen Schülern „freundliche Hinweise“ zu geben (Verhalten, Schrift, Mitarbeit,…)
Schüler: „Herr Referendar, Sie kritisieren aber heute viel an uns.“
Ich: „Mmh. Irgendwann muss ich euch ja mal auf all die Sachen hinweisen.“
Schüler: „Aber heute sind Sie besonders kritisch. Das liegt bestimmt am Hunger.“
Schülerin: „Jaaa, da hat er recht! Sonst sind Sie nicht so! Sie werden immer mehr wie die anderen Lehrer!
Ich: „Vom Status her bin ich das ja jetzt auch. Ich habe das 2. Staatsexamen. Daher darf ich jetzt auch für Vertretungsstunden en masse eingeteilt werden.“
Schüler: „Dann bekommen Sie jetzt auch mehr Geld!?“
Ich: „Nein. Eben nicht. Ich darf mehr arbeiten, bekomme es aber nicht bezahlt. Der Gedanke daran verschlechtert meine Laune übrigens noch mehr.“
Schüler: „Ohoh. Herr Referendar verhält sich irgendwie wie der eine Typ in der Snickers-Werbung!“
Schülerin: „Jaaaaaaaaaaaaa, er wird zu DIVA!!! Gebt Herrn Referendar schnell ein Snickers!!!“
Ich: „Nee, lasst mal. Ich will mal schauen, wie viel schlecht gelaunter ich noch werden kann. Wir haben ja noch eine zweite Stunde vor uns.“
…die Gruppenarbeitsphase wird langsam beendet… erste Schüler stellen ihre Ergebnisse zu Adaptationen etc. vor… zwei Schülerinnen hören nicht zu, tuscheln die ganze Zeit und gehen mir dadurch doch ein wenig auf die Nerven…
Ich: „OK. Ihr habt die Ergebnisse gut präsentiert. Wichtig ist vor allem, dass Ihr Homologien und Analogien gut voneinander abgrenzen könnt und die nicht verwechselt.
Noch ein persönliches Wort zu den rudimentären Organen: Ich persönlich vermuuuuute ja, dass bei einigen Menschen… *mein Blick schweift durch die Klasse und bleibt bei den beiden störenden Mädels kurz hängen* … das Gehirn auch nur noch ein rudimentäres Organ ist.“
… Gelächter bricht aus… die beiden Mädels lachen mit…
Mädel 1: „Herr Referendar, wollen Sie damit etwas behaupten, dass wir dumm sind?“
Ich: „Nein, wieso? Ich habe „ich vermute“ gesagt und keinen Namen genannt. Niemals würde ich euch als dumm bezeichnen!“
Sie scheinen wenig überzeugt zu sein…
Schüler: „Denkt dran, Herr Referendar ist schlecht gelaunt! Fordert Ihn nicht heraus!“
… es klopft an der Tür… es ist meine Englisch-Mentorin, die mir Aufgaben für eine Vertretungsstunde in ihrer Klasse geben will… sie ist ein Herz von Mensch und hat mich gerade in den ersten schwierigen Monaten des Referendariats sehr unterstützt… ich setze ein Lächeln auf und gehe kurz aus dem Raum, um mir alles kurz erklären zu lassen…
Schülerin: „Herr Referendar, Sie sind aber ein guter Schauspieler! Es war beeindruckend, wie schnell Sie eben auf freundlich und gut gelaunt umgeschaltet haben.“
Ich: „Tja, ich war ja auch zu Schulzeiten in einer Theatergruppe. Die interessante Frage, die sich daraus ergibt, ist allerdings, welches Verhalten nun gespielt war und welches nicht.“ 🙂

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Konstruktivismus war gestern

Im Studienseminar wurde uns viel über den Konstruktivismus erzählt und wie sich dahinterstehende Theorien auf das Unterrichten auswirken. Alles schön und hilfreich und durchaus nicht zu vernachlässigende Ideen, wie ich finde. Der einzelne Schüler mit seiner ganz individuellen Denk- und Herangehensweise an Themen, Probleme und Verarbeitung von Inhalten rückt in den Vordergrund. Super Sache und nur zu begrüßen.
Ich denke allerdings, ein weiteres theoretisches, schülerzentriertes Konstrukt sollte ein wenig mehr in den Fokus rücken. Zumindest wird ein kleiner Teil von Schülern arg vernachlässigt, wenn es um die pädagogisch-theoretische Untermauerung seiner Denk- und Handelsweisen geht.  Und gerade dieser kleine Teil bedarf meines Erachtens einer dringenden Zuwendung.

Theorien und entsprechende pädagogische Ansätze würde ich gerne unter dem Begriff „Destruktivismus“ vereinen. Sie beschäftigen sich mit der Schülergruppe, die auch unter den Begriffen Raufbolde, Störenfriede, Stänkerer, Krachmacher usw. bekannt ist. Sie alle vereint ein inhärenter Drang Dinge – sei es Schuleigentum oder das von Mitschülern – wahlweise zu verstecken, zu bemalen oder zu beschädigen. Unterricht sehen sie als Chance… allerdings nur dafür, ihn zu stören und Dinge auf andere zu werfen. Sie können nicht davon ablassen, Mitschüler zu beschimpfen sowie ihnen körperlichen und seelischen Schmerz zuzufügen. Es fällt ihnen leicht, bei Beschuldigungen ruhig zu bleiben und gegebenenfalls zu lügen, um etwaigen „Strafen“ zu entgehen. Sie zeigen keinerlei Einsicht und sollten sie sich dennoch einmal dazu hinreißen lassen, Reue vorzutäuschen, so hält eine „Verhaltensbesserung“ maximal bis zur nächsten Pause an. Selbst wenn man versucht, ihnen Vertrauen zu schenken und das bisschen an positiven Verhalten lobt, nutzen sie dies für ihre eigene Show und lassen sich weit über Gebühr feiern, nur um dann schleunigst mit einer neuen Aktion wieder negativ aufzufallen. Die Aufmerksamkeit, die ihnen zukommt, fehlt natürlich an anderer, wichtigerer Stelle – nämlich bei den Schülern und Schülerinnen, die unter dem Verhalten eben der zerstörerisch veranlagten leiden.

Die Arbeit am theoretischen Konstrukt des Destruktivismus wurde natürlich bereits vor Jahrzehnten begonnen. So ziemlich jede andere pädagogische Strömung hat sicherlich eine Reihe von Ideen zum Umgang mit der entsprechenden Schülergruppe gehabt. Mehr als meinen Ärger über bestimmte Schüler will ich hier auch eigentlich gar nicht ausdrücken.  Jüngste Ereignisse wollte ich hier einfach mal gebündelt schriftlich verarbeiten.
Und wenn es auch unpassend ist, möchte ich diesen Eintrag dennoch mit den weisen Worten von Garfield beschließen: „Es gibt viel zu tun. Warten wir es ab.“

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Endlich.

Es ist vorbei. Die praktische Examensprüfung. Endlich vorbei. Noch nie nie nie in meinem Leben hatte ich derart schlechte Laune, wie in den vergangenen Ferien. Dabei hatte ich immerhin das Glück, nicht nebenbei noch „normale“ Stunden vorbereiten zu müssen. Aber ich frage mich, wie es erst den anderen Referendaren ergehen wird, die die Themen ihrer Examenslehrproben erst noch erhalten und die Entwürfe demnach neben dem Schulalltag schreiben müssen. Brrr… mag ich nicht wirklich dran denken.

Aber das Schreiben der Stundenentwürfe hat mich wirklich an den Rand des Wahnsinns getrieben. Anrufe von Freunden nahm ich humorlos zur Kenntnis und habe sie mit meiner schlechten Laune wahrscheinlich veranlasst, sich nie wieder bei mir zu melden. Prima. Meinem Trainingspartner beim Sport ging es ähnlich. Ich kann mich nicht entsinnen, dass wir beim Training derart uninspiriert unser Programm abgespult haben. Leider musste ich dann aufgrund einer fiesen Erkältung pausieren. (1. Warum zum Henker werde ich bitte immer in den Ferien krank? und 2. Wieso ausgerechnet auch noch wenn ich wirklich WICHTIGE Dinge schreiben muss??? Blöde Viren. Braucht kein Mensch.)

Die Qualität meiner Entwürfe hat dann auch gelitten, denke ich. Schlussendlich habe ich doch alles mehr oder minder erfolgreich hinter mich gebracht. Auf mein Ergebnis in Englisch bin ich sehr sehr stolz. Die 9er haben sich echt ins Zeug gelegt und eine Punktlandung am Stundenende ermöglicht. Bio hätte besser sein können. Die 10er haben meine Erwartungen noch übertroffen und wirklich großartig Beiträge abgeliefert. Was von der Prüfungskommission beanstandet wurde, hatte nichts mit der Klasse zu tun, sondern nur mit meinen nicht ganz zuende gedachten Überlegungen für die Stunde. Aber das Gefühl, eeeeeendlich die praktische Prüfung und damit jedwedes Hospitieren anderer hinter sich gebracht zu haben, ist einfach unbezahlbar.

Außerdem hatte ich kurz nach der Prüfung ein Vorstellungsgespräch. Am Abend, 20 Uhr, in einer westdeutschen Großstadt fand ich mich dazu ein. Es war ein unterhaltsames und lustiges (wer hätte das gedacht?) Gespräch. Am nächsten Morgen bekam ich einen Anruf mit einem Stellenangebot. Prinzipiell tendiere ich dazu, es anzunehmen. Die Schule ist toll, ich habe bereits Freunde in der Gegend und könnte noch mehr, aber dafür auch besser bezahlt, arbeiten. Mal schauen. Es sprechen auch gewisse Dinge gegen die Stelle. Ich werde wohl abwarten, was sich sonst noch so ergibt. In meinem Heimatbundesland sieht es leider schlecht aus. Überalterte Kollegien sind bei theoretischen Überhängen, die es in der Praxis nicht gibt, anscheinend kein Grund, neue Lehrer einzustellen. Wir werden sehen, wohin sich das alles entwickelt.

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Irks…

Irks. Mir steht etwas arg Unangenehmes bevor. Ich werde aller Voraussicht nach morgen eine schriftliche Missbilligung an einen meiner 7er austeilen. Nach diversen mündlichen Missbilligungen und einer Gnadenfrist vor Weihnachten bleibt mir jetzt nichts anderes übrig. Er hat meine Geduld durch unpassende Kommentare, fehlende Arbeitsmaterialien und Hausaufgaben, demonstratives Desinteresse und das Ablenken seiner Mitschüler, z.B. durch diverse spitze Gegenstände und diverse fliegende Objekte, extrem strapaziert. In den Pausen ist sein Verhalten aggressiv und seine Wortwahl recht explizit…

Nachdem er in der ersten Stunde nach den Weihnachtsferien wieder einmal meinte, er müsse verhaltensalternativ ins Stundengeschehen eingreifen, war es dann soweit…
Ich habe ihn in die hinterste Ecke des Raumes verbannt und ihm angekündigt, dass seine Eltern die schriftliche Missbilligung diese Woche zu Gesicht bekommen werden. Seine Mutter ist wohl sehr gluckenhaft und glaubt nie, dass ihr Sohn sich unmöglich verhält. Aber sein Vater scheint da wohl ein anderes Kaliber zu sein. Daher werde ich die Unterschrift beider Elternteile als Bestätigung der Einsichtnahme verlangen. Mit der Klassenlehrerin (ich bin übrigens stellvertretender Klassenlehrer dieser Klasse) ist alles abgesprochen.

Ich hoffe, er kommt so langsam mal zur Einsicht. Meine Geduld kennt eigentlich keine Grenzen. Aber er hat mich eines besseren belehrt. Und schlussendlich muss ich Konsequenz zeigen. Laut eigenem Bekunden weiß er schon, was als nächste „Strafe“ anstehen würde… schauen wir mal, wie er sich so in nächster Zeit verhält.

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Referendarsgesundheit

Nachdem ich aus England wiederkam, wog ich 6kg weniger als noch vor meinem Auslandsaufenthalt. Ich habe ungefähr 1,5 Jahre  gebraucht, um zumindest 5kg davon wieder zuzunehmen. Natürlich wollte ich, dass es nicht das fiese Fett ist, was mich wieder auf Normalgewicht bringt, sondern die eher ansehnliche Variante Muskelgewebe.
Eine Mitgliedschaft bei einem Discount-Fitnessstudio und Joggen waren da bisher ganz nützlich.
Zu Weihnachten habe ich mir dann einen neuen Satz Laufklamotten gegönnt, die ich vorgestern eingeweiht habe. Es. War. Großartig. So macht Laufen bei ekligem Wetter und für meinen Geschmack zu niedrigen Temperaturen wieder Spaß. Nur haben irgendwie meine Laufschuhe ein wenig unter dem Matsch gelitten. Nächste Anschaffung demnach: neue Laufschuhe 🙂
Außerdem spielt die Ernährung ja eine große Rolle. An den Wochenende lege ich besonderen Wert auf gutes und gesundes Essen. So habe ich gestern eine wirklich leckere Gemüse-Fleisch-Pfanne gezaubert und mich an einen Tipp von meinen damaligen Mitbewohnern in England erinnert. Die haben nämlich an alles, was Gemüse hieß, noch einen Spritzer Zitrone gegeben. Das gibt dem ganzen eine wirklich frische und angenehm saure Note. Noch eine Chili und ein paar Kräuter drangeschnippel sowie  Couscous als Kohlenhydratbeilage und es ist (zumindest für mich) ein wirklich leckeres Mittagessen.
[Für weitere Tipps zu leckerem und gesundem Essen bin ich immer dankbar!]
Zusammenfassend kann ich also als Tipp für alle (zukünftigen) Kollegen festhalten: sucht euch einen Ausgleich in Form von Sport, den ihr mögt, um den Kopf frei zu bekommen, und achtet auf die Ernährung. Und nicht zu vergessen: soziale Kontakte pflegen! Klingt erstmal alles banal, ist aber manchmal wirklich schwierig durchzuhalten.
Soviel also zu meinen Versuchen, die Referendarsgesundheit ein wenig zu fördern. Unter der Woche sieht es dann zwar leider auch bei mir ein wenig trüber aus mit dem Essen, aber ich bemühe mich. Zumindest achte ich auf ausreichende Eiweißzufuhr… wegen der Muckis 🙂

Und weil ich in den letzten Tagen so gute Laune habe, gibt es noch ein nettes Musikvideo. Zur Zeit ist ja ein gewisser Australier mit dem Künstlernamen Gotye ganz weit oben in den deutschen Charts. Bei seinem Hit „Somebody that I used to know“ singt noch eine Neuseeländerin namens Kimbra. Und genau diese junge Frau macht auch noch jede Menge nette Musik. Eigentlich geht mein Musikgeschmack in eine andere Richtung. Aber das Lied ist zumindest für mich gerade ein Quell weiterer guter Laune (und damit gut für die Gesundheit):

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