Von Geodreiecken und Fetten

Vertretungsstunden sind immer für ein Überraschung gut…aber eigentlich auch nicht so richtig. Ich sollte heute 3x hintereinander Bio unterrichten und das jeweils in drei verschiedenen 8. Klassen. Die erste wurde mir als schwierig im Lehrerzimmer bzw. am Kopierer vorgestellt. Wie immer gibt es wohl ein paar Jungs, die der besonderen Weisheit und Anleitung durch einen Erwachsenen bedürfen. Aber gerade die Jungs haben mich gar nicht wirklich gestört. Ein ernster Blick, klare Ansagen und gezielte Fragen nach dem Stoff der letzten Stunden beim eigentlichen Biolehrer sorgten für die nötige Aufmerksamkeit. Mich störte da eher ein unscheinbarer Junge in der ersten Reihe, bei dessen Namen sich die Eltern wahrscheinlich erhofft haben, dass er ausreicht, damit der Sprössling das Abitur besteht. Den Namen habe ich schon wieder vergessen, nicht aber, dass er es irgendwie amüsant fand, mich mit seinem Geodreieck zu blenden. Er durfte dann gleich an die Tafel und eine Strukturformel zum Besten geben. Nachdem er sich hingesetzt hatte, durfte er gleich nochmal ran. Und auch noch ein drittes mal. Danach ward das Geodreieck nicht mehr gesehen.

Danach war wieder eine 8. Klasse mit Bio dran. Aber leider war das wiederum eine Mischklasse mit Schülern aller 8. Klassen, die eigentlich Französisch gehabt hätten. Gut, also auch hier: Wiederholung. Da ich eben bereits einige der Schüler hatte, musste ich mir etwas Neues einfallen lassen. Alle Schüler sollten ein paar Begriffe auf kleine Zettel schreiben, die mit dem aktuellen Stoff zu tun haben, also z.B. Kohlenhydrat, Eiweiß, Enzym, etc. Es traten 2 Gruppen gegeneinander an, von denen immer abwechselnd ein Spieler nach vorne kam, Zettel zog und 1 Minute Zeit hatte, den Begriff entweder zu erklären oder zu zeichnen. Ich habe ja nicht erwartet, dass in ganzen Sätzen gesprochen wird…aber das der Begriff „Fette“ einmal durch „dicke Menschen“ erklärt und ein anderes mal durch ein Strichmännchen mit einem dicken Bauch visualisiert wurde, hat mich dann doch ein wenig gestört.

Außerdem traf ich in dieser Stunde erstmals im Unterricht Mädels an, die ich sonst nur während der Busaufsicht gesehen hatte und dabei mehrmals ermahnen musste. Die haben die Gelegenheit genutzt und ihrem Unmut durch mehrmaliges rufen von „Freiheit für die Geländersitzer!“ Luft gemacht. Zugegebenermaßen ist das schon zu einem running gag geworden, so dass ich das im Schulhaus und auch auf dem Hof bereits hören durfte. Nur habe ich doch dieses Schuljahr gar keine Busaufsicht mehr…

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Eine Antwort zu Von Geodreiecken und Fetten

  1. Pffff, „Freiheit für die Geländersitzer“ – Freiheit wünschen die sich, wenn sie 3 Monate im Gipskorsett liegen, weil sie hinten über gekippt sind….

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