Konstruktivismus war gestern

Im Studienseminar wurde uns viel über den Konstruktivismus erzählt und wie sich dahinterstehende Theorien auf das Unterrichten auswirken. Alles schön und hilfreich und durchaus nicht zu vernachlässigende Ideen, wie ich finde. Der einzelne Schüler mit seiner ganz individuellen Denk- und Herangehensweise an Themen, Probleme und Verarbeitung von Inhalten rückt in den Vordergrund. Super Sache und nur zu begrüßen.
Ich denke allerdings, ein weiteres theoretisches, schülerzentriertes Konstrukt sollte ein wenig mehr in den Fokus rücken. Zumindest wird ein kleiner Teil von Schülern arg vernachlässigt, wenn es um die pädagogisch-theoretische Untermauerung seiner Denk- und Handelsweisen geht.  Und gerade dieser kleine Teil bedarf meines Erachtens einer dringenden Zuwendung.

Theorien und entsprechende pädagogische Ansätze würde ich gerne unter dem Begriff „Destruktivismus“ vereinen. Sie beschäftigen sich mit der Schülergruppe, die auch unter den Begriffen Raufbolde, Störenfriede, Stänkerer, Krachmacher usw. bekannt ist. Sie alle vereint ein inhärenter Drang Dinge – sei es Schuleigentum oder das von Mitschülern – wahlweise zu verstecken, zu bemalen oder zu beschädigen. Unterricht sehen sie als Chance… allerdings nur dafür, ihn zu stören und Dinge auf andere zu werfen. Sie können nicht davon ablassen, Mitschüler zu beschimpfen sowie ihnen körperlichen und seelischen Schmerz zuzufügen. Es fällt ihnen leicht, bei Beschuldigungen ruhig zu bleiben und gegebenenfalls zu lügen, um etwaigen „Strafen“ zu entgehen. Sie zeigen keinerlei Einsicht und sollten sie sich dennoch einmal dazu hinreißen lassen, Reue vorzutäuschen, so hält eine „Verhaltensbesserung“ maximal bis zur nächsten Pause an. Selbst wenn man versucht, ihnen Vertrauen zu schenken und das bisschen an positiven Verhalten lobt, nutzen sie dies für ihre eigene Show und lassen sich weit über Gebühr feiern, nur um dann schleunigst mit einer neuen Aktion wieder negativ aufzufallen. Die Aufmerksamkeit, die ihnen zukommt, fehlt natürlich an anderer, wichtigerer Stelle – nämlich bei den Schülern und Schülerinnen, die unter dem Verhalten eben der zerstörerisch veranlagten leiden.

Die Arbeit am theoretischen Konstrukt des Destruktivismus wurde natürlich bereits vor Jahrzehnten begonnen. So ziemlich jede andere pädagogische Strömung hat sicherlich eine Reihe von Ideen zum Umgang mit der entsprechenden Schülergruppe gehabt. Mehr als meinen Ärger über bestimmte Schüler will ich hier auch eigentlich gar nicht ausdrücken.  Jüngste Ereignisse wollte ich hier einfach mal gebündelt schriftlich verarbeiten.
Und wenn es auch unpassend ist, möchte ich diesen Eintrag dennoch mit den weisen Worten von Garfield beschließen: „Es gibt viel zu tun. Warten wir es ab.“

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