Alles hat ein Ende

Wer hätte es gedacht? Die erste Woche ist vorbei und sie ging stressfreier vonstatten, als gedacht. Naja… logischerweise war die Hitze unerträglich. Da ich zu den aktiveren Lehrern gehöre, die nicht im Sitzen unterrichten und quasi vor der Klasse Kunststücke vorturnen, habe ich diese Woche mehr als einmal gemerkt, wie mir die Schweißperlen von Stirn, Brust, Rücken, etc. herunter rollen. Ich habe mich direkt widerlich gefühlt. Dass ich in der Schule keine kurze Hose trage, hat da natürlich nicht wirklich geholfen. Naja, der heutige Regen samt halbierter Außentemperatur verspricht eine angenehme nächste Woche.

Diese Woche war insgesamt recht erfolgreich. Der verkürzte Unterricht hat den Einstieg in die Planung der Stunden vereinfacht und mit den Klassen hat es wirklich viel Spass gemacht. Und ich bin meiner eigenen kleine Diktat… ähm… meinem eigenen Lernparadies für Jugendliche ein Stück näher gekommen. Ich wurde nämlich „befördert“. Es ist natürlich keine richtige Beförderung. Im Endeffekt habe ich nur mehr zu tun, ohne dass es irgendwie entlohnt wird. Sieht aber bestimmt gut aus, wenn das dann irgendwo in einer Beurteilung von seiten meiner Ausbildungssschule steht. Ich bin nämlich seit dieser Woche stellvertretender Klassenlehrer einer 7. Klasse. Wow. Mein Aufgabenbereich ist mir (noch) unklar, aber das wird schon. Ich weiß auch nicht so genau, warum ich gefragt wurde. Ich persönlich vermute, dass es kein anderer Lehrer machen wollte. Zugegebenermaßen ist die Klasse aufgrund einiger verhaltensalternativer Jungen ein wenig anstrengend. Aber auch hier habe ich Hoffnung, dass das neue Schuljahr Wunder bewirken wird. Bisher waren sie in Englisch recht unauffällig. Aber da hat die Hitze sicherlich mitgeholfen. Außerdem war der Einstieg auch recht anspruchsvoll. Es galt die ganzen Begriffe, wie z.B. Great Britain, United Kingdom etc., auseinander zu halten. Das ist selbst für den ein oder anderen Bewohner der Inseln schwierig, denke ich mal. Als kleine Einführung in das Thema kann ich folgendes empfehlen:

Apropos Englisch. Dieses Schuljahr habe ich eine 9. sowohl in Englisch als auch in Bio. Der ehemalige Englischlehrer ist in Rente gegangen. Da ich aus dem letzten Schuljahr in Bio wusste, dass die Klasse relativ leistungsstark ist und sich benehmen kann, habe ich sie mir für dieses Schuljahr für beide Fächer unter den Nagel gerissen. Die Biostunden waren wie gehabt und unproblematisch. In Englisch sah es da schon anders aus. Entsprechend der 1. Lektion des Lehrbuches begann ich mit einem Mini-Vortrag über die Bedeutung der englischen Sprache. Dabei habe ich ein paar Statistiken auf Folien gezeigt. Relativ anspruchslos, möchte man meinen. Nur sprachen die Gesichter der Schüler, die mit ihren leeren Blicken eher an eine Herde Schafe erinnerten, eine andere Sprache. Anschließend sollten sie nur kurze Kommentare abgeben. Mit Hilfe von Bildern sollten sie „vermuten“, in welchen Lebensbereichen außerhalb des Unterrichts Englisch wichtig ist. Ein Satz hätte mir vollkommen gereicht. Aber auch hier wieder: leere Blicke. Auf Nachfrage, ob ich denn irgendwas falsch  mache, kam dann etwas überraschendes heraus. Die Klasse meinte, dass sie in der ersten Viertelstunde bei mir mehr Englisch, als vom ehemaligen Lehrer im ganzen letzten Schuljahr zusammengenommen, gehört haben. Uff. Na dann. Ebenso schien der Fokus weniger auf dem Sprechen gelegen zu haben. Ich war erstmal baff (und bin es immer noch). Ich muss sie dann wohl langsam daran gewöhnen, dass Englisch Unterrichtssprache ist und Deutsch nur in Ausnahmefällen genutzt werden soll. Es werden spannende nächste Wochen. Ich befürchte schon bewaffnete Aufstände gegen mein Regime… nein…ok… das vielleicht nicht, denn die Klasse ist ja durchaus lieb. Aber ich befürchte, ich werde sie das eine oder andere mal überfordern. We’ll see…

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