Grundschulerlebnisse

Vom Studienseminar bekommt ja immer mal neue Aufgaben gestellt. Manche sind seltsam, machen sind durchaus sinnvoll, manche sind Beschäftigungstherapie und manche sind erheiternd bis erschütternd. Die heutige Hospitation in einer Grundschule gehört zu letzterem.

Englischunterricht in einer dritten Klasse. Als Mann ist man ja an einer Grundschule schon eine Kuriosität. Ich finde, eine gesetzliche Männerquote für Grundschullehrkräfte ist durchaus eine Überlegung wert, von wegen Rollenvorbilder und so. Entsprechend fielen heute die Reaktionen der Schüler aus. Am Anfang stellt man sich natürlich kurz vor. Da ich im Englischunterricht hospitiert habe, passierte das eben auf Englisch. Anschließend durften die Kleinen noch das Bilden von Fragen üben, „What’s your favourite colour?“, „What’s your favourite number?“ (finde nur ich diese Frage seltsam?) etc… Das war ja ok.

In den Pausen war ich dann umringt von gefühlt allen unter 10-jährigen der Schule, die wiederum alle möglichen Fragen stellten. Nur diesmal waren sie nicht mehr so harmlos. Ein Schüler, der schon in den Stunden durch sein aufmerksamkeitserheischendes Verhalten auffiel, meinte, er müsse jetzt den Vogel abschießen. „Haben sie denn Sex?“ … Hallo??? Ein 9-jähriger??? Was läuft da denn falsch? Mein Gesicht schlief kurz ein und ich hab fieberhaft überlegt, wie ich am besten reagiere. Naja, ich hab mich dann vor ihm aufgebaut, zu ihm gemeint, dass er nicht wirklich weiß, was er da fragt und er besser aufpassen soll, wie er sich verhält. [Nachtrag: Und dann hat er immer mal wieder von Slipeinlagen u.ä. geredet…]  Die anwesende Lehrerin nahm in dann kurz raus aus der Klasse und wies ihn weiter zurecht. Hier stießen meine sowieso schon rudimentären pädagogischen Fähigkeiten zugegebenermaßen an ihre Grenzen. Immerhin war der Rest der Klasse lieb.

Andere Fragen waren dann wieder erheiternd.
„Wie groß sind Sie? Sie sind doch bestimmt üüüber 2m groß!“
„Nein, ich bin ganz normale 1,84 groß.“
„Sie sind bestimmt ein ganz toller Basketballspieler!“
„Naja, eher nicht, die sind alle noch viel größer als ich.“

Aber ein 10jähriger, der aus der 4. regelmäßig in die 1. Klasse mitgenommen wird, damit er nicht überfordert ist, war noch recht erschütternd. Ich befürchte, seine weitere Schulkarriere wird leider nicht wirklich erfolgreich verlaufen 😦
Immerhin werde ich ein paar der 4.-Klässler sehr wahrscheinlich als 5.-Klässler persönlich begrüßen dürfen.

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