Staatsexamen revisited

Vor 2 Jahren habe ich mein 1. Staatsexamen abgelegt. Damals zog es sich gefühlt Jahre hin, was auch gar nicht sooo abwegig ist. Ein paar Monate wurde an der Examensarbeit geschrieben, dann schloss sich wenig später die Phase der schriftlichen und daran wiederum die der mündlichen Prüfungen an. Es war nervenaufreibend und wahrlich nicht die schönste Zeit. Man ging seinen Mitmenschen auf die Nerven und hatte von Prüfung zu Prüfung immer weniger Motivation zu lernen. Außerdem ist man vom Zufall bzw. von den Aufgaben in den Prüfungen abhängig. Ein einfacher Text zum Übersetzen ist gerne gesehen…und eine gängige Frage über die Genexpression bei Prokaryonten natürlich auch. Aber das ändert sich entsprechend von Prüfungszyklus zu Prüfungszyklus.

Wenn man dann den ganzen Trubel hinter sich hat und alles rückblickend ein wenig gelassener sieht, scheint die Welt wieder in Ordnung. Aber sobald Freunde das Examen gerade durchleben müssen und man dann n der Position des Beobachters ist, ändert es sich wieder schlagartig. Man kann stundenlang argumentieren und aufzählen, welche eher minderbem… äääh… minder geeigneten Kommilitonen alles bestanden haben, und darauf hinweisen, dass man IMMER das Gefühl hat, zu wenig gelernt zu haben. Man schafft es dennoch nicht, wirklich beruhigend zu wirken. Immerhin scheinen meine Freunde nicht auf irgendwelche Beruhigungsmittel (dazu zähle ich auch Alkohol!) oder ähnliches angewiesen zu sein. Das mag sehr sehr wahrscheinlich auch daran liegen, dass sie intelligente und selbstbestimmte Menschen sind – nur eben auch recht unsicher, was das eigene Leistungsvermögen betrifft.

Auf jeden Fall werde ich in wenigen Stunden meine Freundin zu einer mündlichen Prüfung begleiten. Sie ist, meines Erachtes nach, sehr gut vorbereitet…

Zugegeben, es gibt leider auch genügend Aufschneider und Opportunisten, die sich durch das Studium „wissend nicken“ oder von den Leistungen anderer (Protokoll hier, Ausarbeitung da, Spicker dort…) profitieren. Ein Situation, in der Leistung wirklich vergleichbar ist, gibt es auch an der Uni selten. Aber wie der gestrige Tag gezeigt hat (dieser Artikel wurde verteilt über mehrere Tage geschrieben), wird echte Leistung auch gewürdigt. Meine Herzensdame hat nämlich eine glatte und mit überschwänglichen Lob von seiten der Prüfer begleitete 1,0 bekommen. Und sie wird mich sicherlich noch ein paar mal in den nächsten Wochen überraschen 🙂

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Uncategorized abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s